Germaine Kruip ehrt die verschwundene Fähre mit einer Klangskulptur in Maasmechelen

© Lieven Geuns

Maasmechelen erhält bald ein besonderes Kunstwerk: 'Reflection' der niederländischen Künstlerin Germaine Kruip. Diese monumentale Klangskulptur ist eine poetische Hommage an die historischen Fähren über die Maas und wird am Sonntag, dem 22. März, enthüllt. Mit der Bekanntgabe von Jennifer Tee als letzter Künstlerin ist das Programm von „Kunst an der Maas“ nun vollständig.

Hommage an eine verschwundene Fähre

Die Maas war schon immer ein Fluss der Verbindung. Bis in die 1950er Jahre verkehrte eine kleine Fähre zwischen Meeswijk und Urmond und verband die beiden Ufer. Die Bewohner des Maastals teilen eine gemeinsame Geschichte, Traditionen und Dialekte. An der Stelle der ehemaligen Fähre setzt Kruip mit ihrer Skulptur ein Zeichen der Erinnerung an diese Geschichte.

Von Beginn des Projekts an war eine lokale Arbeitsgruppe aus Maasmechelen intensiv beteiligt. Ihnen war es wichtig, ein Kunstwerk zu schaffen, das die Atmosphäre der Landschaft verstärkt, ohne sie zu dominieren. Gemeinsam mit Z33 und dem Regionalen Landschaftsverband Kempen & Maasland setzten sie sich mit dem Charakter des Ortes, seiner Geschichte und dem Wunsch nach einer zurückhaltenden, poetischen und bedeutungsvollen Skulptur auseinander. Germaine Kruip wurde einstimmig ausgewählt, um diese Ambition zu verwirklichen.

Eine immersive Klangskulptur

'Reflection' ist nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Musikinstrument. Besucher können das Instrument mit einem speziell entworfenen Klöppel anschlagen, wodurch ein tiefer, meditativer Klang ertönt. Der Gong erinnert an die Glocke der alten Fähre, die bis in die 1950er Jahre an diesem Ort zu hören war. Der Klang drückt ein Verlangen nach Verbindung aus – mit dem anderen Ufer, mit der Landschaft und mit dem Moment.

Die Skulptur besteht aus einer fünf Meter langen vertikalen Messingstange, die von dem renommierten Instrumentenbauer Thein Brass in Bremen auf Maß gestimmt wurde. Die Stange schwebt zwischen zwei schmalen, zehn Meter hohen Pfosten, die 32 Meter voneinander entfernt stehen und so gestaltet sind, dass sie sich visuell in die Landschaft einfügen. Zwei Bänke aus schwarzem Granit laden zum Verweilen ein und bieten einen Ausblick auf das Wasser.

"Mit 'Reflection' möchte ich einen Moment schaffen, in dem die Menschen nicht nur die Geschichte hören, sondern auch die Stille erleben, die jetzt an diesem Ort herrscht. Es ist ein Werk, das zur Ruhe mahnt, aber auch verbindet – so wie es die Fähre einst tat" , erklärt Kruip.

Ein neuer Ort der Kontemplation in Maasmechelen

Corrie Bemelmans, Kulturschöffin von Maasmechelen, betont die Bedeutung dieses neuen Kunstwerks:"Mit 'Reflection' erhält Maasmechelen nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch einen neuen Ort der Besinnung. Das Kunstwerk ist eine stille Kraft an unserem Ufer und lädt dazu ein, unsere Landschaft neu zu entdecken – mit anderen Augen und Ohren."

Letzte Künstlerin für „Kunst an der Maas“ bekannt gegeben: Jennifer Tee

Neben Germaine Kruip wird Maasmechelen diesen Sommer um ein weiteres neues Werk bereichert. Mit Jennifer Tee geben Visit Flanders und Z33 einen letzten neuen Namen für „Kunst an der Maas“ bekannt.

Tee realisiert eine neue Skulptur – „Womb of Time“ – auf dem Schlossgelände Vilain XIIII in Maasmechelen. Das Anwesen verdankt seinen reichen Baumbestand Charles Vilain XIIII (1803–1878), einem belgischen Politiker, Diplomaten und leidenschaftlichen Dendrologen, der den Park im 19. Jahrhundert neu anlegen ließ. Bei einem Spaziergang über das Anwesen wählte sie verschiedene Blätter von Bäumen aus, deren Abdrücke sie in Ziegelsteine einarbeitete. Damit setzt Tee zum ersten Mal ihre international geschätzten „Tampan Tulip“-Collagen in eine öffentliche Ziegelsteinskulptur um.

Leen Gysen, CEO von Visit Flanders: „Das Werk schlägt eine bedeutungsvolle Brücke zwischen der Natur und der Geschichte der ehemaligen Entbindungsklinik auf dem Gelände. Während das Gebäude verschwindet, verankert die Skulptur diesen Ort auf neue Weise in der Landschaft. Indem Ziegelsteine aus der Entbindungsklinik in das Kunstwerk integriert werden, bleibt die Vergangenheit präsent und es entsteht ein Dialog zwischen Kunst und Umgebung.“

 

Adinda Van Geystelen, Direktorin von Z33 – Haus für Zeitgenössische Kunst, Design & Architektur: "In Jennifer Tees Werk atmet die Landschaft mit: Blätter werden zu Ziegeln, Zeit wird greifbar. Sie macht aus den Blättern sozusagen einen Kompass: Sie weisen uns darauf hin, was bleibt, was verschwindet und was neu beginnt"

 

Über Germaine Kruip

Germaine Kruip lebt und arbeitet zwischen Brüssel, Amsterdam und London. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Stedelijk Museum Amsterdam (NL), auf der Biennale von Sydney (AU), bei Art Basel (CH), Frieze London (UK), dem Manchester International Festival (UK), der Biennale von Puerto Rico (PR), dem São Paulo Museum of Art (BR), dem Hiroshima Museum of Contemporary Art (JP), der Rotterdamse Schouwburg (NL), dem Kaaitheater in Brüssel (BE) und dem Experimental Media and Performing Arts Center in Troy, New York (US) ausgestellt. www.germainekruip.com

Mit Dank an

Dieses Kunstwerk entstand in Zusammenarbeit mit einer lokalen Arbeitsgruppe aus Anwohnern (Pollie Gregoor, Marco Mariotti, Marc Milissen, Eef Proesmans, Frank Resseler, Tanja Rutten und Nathalie Schoffelen), der Gemeinde Maasmechelen, De Vlaamse Waterweg, Fluxys, der Agentur für Natur und Wald, Thein Brass, Van Den Weghe, Nys Metaalwerken, AHL, Lenaers Express, Robrecht Keersmaekers, Peter Firman und den Projektteams von Z33 und RLKM.

Praktische Informationen

Das Kunstwerk befindet sich zwischen den Fahrradknotenpunkten 50 und 56, entlang des Maasdeichs, etwa einen Kilometer von der Autofähre entfernt. Auch die orangefarbene (10 km) und die blaue (5 km) Wanderroute des Wandergebiets Leut führen an diesem Ort vorbei.

Über Kunst an der Maas

Kunst an der Maas ist eine Initiative des Hauses für zeitgenössische Kunst, Design & Architektur Z33 (Hasselt) und der Regionalen Landschaft Kempen & Maasland.

Unterstützt wird das Projekt von Flandern, und zwar von Toerisme Vlaanderen und dem Fonds Culturele Infrastructuur (FoCI) sowie den fünf flämischen Maasgemeinden (Kinrooi, Maaseik, Dilsen-Stokkem, Maasmechelen und Lanaken). Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit zahlreichen im Maastal aktiven Akteuren umgesetzt.

Den Auftakt bildete „Tree of Life“ von Mark Dion, das seit Sommer 2022 in Herbricht (Lanaken) zu sehen ist. Im 2025 folgten „Moeder! Oui dream till the end“ von Laure Prouvost auf dem Bastion in Kessenich (Kinrooi) sowie „Echoes of a Landscape“ von Adrien Tirtiaux am Klauwenhofweg in Maaseik. Im Jahr 2026 folgen neben dem Werk von Germaine Kruip auch die Enthüllung von „Future Fossil“ von Koen Vanmechelen in Dilsen-Stokkem sowie ein neues Werk von Jennifer Tee in Maasmechelen.

 

 

 

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